Die Geschichte der Kelten                   

 

 

Der Ursprung der Kelten ist heute immer noch Rätsel. Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6.Jhd. zurück und bezieht sich auf Berichte von Herodot, einem großen griechischen Geographen, der die Keltoi zum einen an den Quellen der Donau,nahe einer Stadt namens Pyrene, zum anderen aber auch im Hinterland von Massilia (Marseille/F)Identifizierte. Diese Kultur hatte sich etwa 750 v. Chr. auf einer Linie Ostfrankreich-Schweiz-Süddeutschland-Österreich-Slowenien aus den dort ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen entwickelt.
 
Ein Teil dieser Gesellschaft geriet in der zweiten Hälfte des 6. Jhds.v.Chr. unter den Einflußder sich parallel entwickelten Hallstadtkultur ( benannt nach dem berühmten Fundort Hallstadt in Österreich/Salzburger Land), deren Beziehungsnetz wiederum bis in die Hunsrück-Eifel-Region und die Champagne-Marne-Region reichte. Der Hallstadtkultur folgte die La-Tene-Kultur (480-400 v. Chr.),die Blütezeit der keltischen Kultur, deren Kunststile durch mediterrane Vorbilder geprägt waren (erste Aufenthalte von Kelten in Oberitalien haben bereits im 6. Jhd.v.Chr.stattgefunden). Ab dem 5. Jhd. setzte eine Wanderungswelle ein,welche die Kelten bis nach Nordspanien und Portugal führte. Anf. des 4.Jhds.v.Chr. griffen keltische Gruppen, die sich in Oberitalien und der Poebene ansiedelten, unter dem keltischen Heerführer Brennus Rom an. Die Belagerung Roms (387/386 v. Chr. hinterließ jener späteren Weltmacht ein lang anhaltendes Trauma.
 
Andere Stämme drangen über Südosteuropa und den Balkan nach Griechenland und Kleinasien vor, begegneten Alexander dem Großen und plünderten Delphi. Ein Stammesteil ließ sich schließlich in Zentralanatolien (Türkei) nieder und wurde als Galater noch Jahrhunderte später im Neuen Testament erwähnt. Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden vom Osten ausgehend Oppida, d. h. Städte gegründet. Die keltische Oppidakultur erlebt ab Ende des 2. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte, wobei sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Differenzierung, hochentwickelter Handwerks- und Kunstfertigkeit sowie Fernhandel die Stufe zur Hochkultur erreichte.
 
 
200 v. Chr. erreichten die Kelten ihre größte Ausbreitung. Doch das Glück wendete sich durch die expandierenden Kulturen, den Römern im Süden und der Germanen im Norden.Aus den vielen Schlachten zwischen Römern und Kelten ragen besonders zwei heraus: die römischen Siege in Telamon, Italien, 225 v.Chr. und in Alesia, Gallien, 52 v. Chr.! Im Osten ihrer Siedlungsgebiet, also rechtsrheinisch,
 
verschwand diese Kultur in der ersten Hälfte des 1.Jhds v. Chr.,wahrscheinlich aufgrund Bedrängnis germanischer Gruppen. Dagegen überlebte die Keltische Kultur in Gallien und südliche der Donau in Rätien, sowie auch im Gebiet der heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz,Saarland und Bayern selbst nach der Eroberung durch die Römer unter Caesar einige Jahrzehnte weiter und ging mit zunehmender Romanisierung um die Zeitenwende in der gallo-römischen Kultur auf.
 
Was den Ursprung der keltischen Kultur auf den britischen Inseln betrifft, existieren die unterschiedlichsten
Meinungen. Einige Gelehrte sprechen davon,das bereits ca. 300 v. Chr.erste Gruppen Irland erreichten und
sich dort mit der Urbevölkerung, die dem Sonnenkult huldigte und aus der vorgeschichtlichen Großsteingrab-Kultur hervorging (Megalithiker), vermischten. Archäologische Zeugnisse der tatsächlichen kontinentalen keltischen Kultur sind jedoch nur für das 1. Jhd.v.Chr. nachzuweisen, und beschränken sich auf die Randzonen Wales und Cornwall. Die dennoch vorhandene, keltisch geprägte Kultur und Sprache wird auf eine linguistische Verbindung mit dem Festland zurückgeführt.  Bevor die Römer Britannien eroberten, bestand die Insel aus einer Vielzahl von Stammesgebieten mit eigenen Königen die jedoch untereinander nur selten einig waren. Römer und romanisierte Gallier auf dem Kontinent trieben gleichzeitig Handel mit den Kelten in Südbritannien. Die Römer nutzten wiederum die Uneinigkeit der Kelten und schickten Spitzel und Informanten nach Britannien, welche für noch mehr Uneinigkeit zwischen den Stammeshäuptlingen sorgen sollten. 
 

 

Die keltischen und belgischen Stämme in Südbritannien kapitulierten vor den Feldzügen Julius Cäsars. Im Südosten Britanniens hatten sich derweil verschiedene belgische Stämme auf Kosten von keltischen Stämmen ausgebreitet, die nach Norden verdrängt wurden. Neben dem belgischen Stamm gab es weitere belgische Stämme wie die der Atrebates südlich der Themse oder die Catuvellaunen nördlich der Themse. Einige Stämme, die nahe der Kanalküste siedelten, unterhielten bereits Beziehungen zu Römern in Gallien. Die Parisier, die Siluren und die Briganten in Zentralbritannien hatten dagegen kaum Kontakt mit den Römern. Sie versuchten, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Das gleiche galt für die Stämme im Westen, dem heutigen Wales. Dieser Widerstand hielt bis zur Zerstörung der keltischen und druidischen Macht in Anglesey im Jahre 61 n. Chr. an. Von da an gibt es nur noch ein Nachleben der keltischen Kultur des Altertums in den römisch besetzten Gebieten sowie in den freigebliebenen Rückzugsgebieten in Schottland und Irland. Erst nach dem Ende der römischen Besetzung gibt es in vielen dieser Gebiete ein kurzes, erneutes Aufleben einer romano-keltischen Kultur, die jedoch bereits die Entwicklung hin zum Frühmittelalter einleitet.

 

 

 

 

 

Keltische Stämme
Die gallischen Stämme, zusammenfassend unter Gallier geführt, besiedelten das heutige Frankreich, Teile der Schweiz, Luxemburg, das südöstliche Belgien, das Saarland und Teile des linksrheinischen Rheinland-Pfalz sowie Teile Hessens. Dabei werden die nördlichen Stämme bei Caesar als Belger bezeichnet, wobei insbesondere Gebiete im heutigen Belgien sowie in der Eifel hier in Frage kommen.
Im heutigen Frankreich und in den angrenzenden Gebieten Belgiens und Deutschlands waren es insbesondere die Allobroger ( Savoyen und Dauphiné), die Ambianer (bei Amiens), die Arverner ( Auvergne), die Bituriger (bei Bourges), die Cenomanen (Seine-Loire-Gebiet, sowie teilweise in Norditalien), die Eburonen (Eifel, Ardennen), die Häduer (Bourgogne, um Autun und Mont Beuvray ( Bibracte)), die Mediomatriker (Region um Metz, Teile des Saarlandes), die Menapier, die Moriner, die Parisier (Zentral britannien und Gallien/Paris?), die Senonen (bei Sens, sowie in Norditalien), die Sequaner, die Remer, die Treverer (im Moselraum, ab der Maas über Trier bis zum Rhein), die Veneter (an der Loire-Mündung), die Viromanduer (bei Vermandois) und eine Reihe anderer Stämme, die bei Caesar genannt wurden.
In Bayern, Baden-Württemberg und der heutigen Schweiz fand sich die Gruppe der Helvetier, u. a. mit den Gauen der Tiguriner und Toygener, außerdem der Stamm der Vindeliker im heutigen Oberbayern und Bayrisch Schwaben ( Augsburg = Augusta Vindelicorum als römische Stadt: Hauptort der Vindeliker) und um Manching sowie die Boier in Ober- und Niederbayern. Die Noriker im südostlichsten Oberbayern, südlich des Inns, die Likater um den Lech in Oberbayern und Schwaben.
Im Süden des gallischen Gebietes, in Norditalien, saßen die Insubrer; im Norden die Nervier und Belger, die teilweise auch bis Britannien vorzufinden waren.
In Nordspanien die Gallicier und die Asturen, im heutigen Portugal die Lusitaner
 

 

 

 

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